Eine Island-Rundreise

Kap Dyrhólaey

Seit dem Start  sind knapp zehn Minuten vergangen. Der kleine Bildschirm im Sitz vor uns an Bord von Flug FL 520 von Keflavik nach Frankfurt  zeigt eine Flughöhe von knapp 3000 Metern an. Im frühen Morgenlicht  erscheint ein letztes Mal der schwarze Strand bei Kap Dyrhólaey.  Wenig später sieht man links unten die weißglänzende Fläche des Vatnajokull  bei einem  Blick aus dem Kabinenfenster der Boeing 757 der Icelandair.

Es ist eigentümlich still in der Maschine. Lassen etwa auch die anderen Mitreisenden ihre Gedanken  zurückschweifen?

Wie unterschiedlich war die Stimmung an Bord auf dem Hinflug vor drei Wochen, als wir voller Erwartung den bevorstehenden 22 Tagen unserer Gruppenreise mit dem vielversprechenden Titel  „Alle Seiten Islands“ entgegenschauten. Am gleichen Tag waren die anderen sechs Teilnehmer aus Berlin, Hamburg und München in Richtung Island unterwegs und waren ebenso wie wir beide sehr gespannt, was uns auf dieser Erlebnis- und Wanderrundreise – wie sie vielversprechend von Sven Köhne, Inhaber der auf Island spezialisierten Reiseagentur „contrastravel“ ausgeschrieben war – erwarten sollte.

Unser Allrad-Hochland-Bus
Seltún

Zuerst einmal erwartete uns am Flughafen in Keflavik ein drahtiger, braungebrannter junger Mann im braunen Islandpullover, der sich freundlich lächelnd als unser Reiseführer Matthias vorstellte. Nach ersten Gesprächen war man sofort per Du mit allen und unsere kleine Gruppe von 9 Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren stieg in „unserem“ hochlandtauglichen Allradbus ein und fuhr zur ersten Übernachtung in Grindavik. Eigentlich dachten wir nun an einen  ruhigen Abend, aber Matthias machte uns ziemlich rasch klar, dass aus dieser Haltung für die kommenden drei Wochen nichts wurde. Gleich nach dem Auspacken und einem von ihm zubereiteten köstlichen Eintopf führte er uns in das erste Geothermalfeld. Am ersten Abend empfingen uns Island mit seinen charakteristischen Gerüchen nach Schwefel, blubbernden Schlammlöchern, der bunten Erde und einem kräftigen Wind. Und so war mit diesem Start unser Rhythmus der nächsten drei Wochen vorgegeben: Niemals Hektik, aber eine Unmenge von Aktivitäten und eine nahezu endlose Reihe von grandiosen Erlebnissen erwarteten uns jeden Tag aufs Neue.

Þingvellir
Gullfoss

Wie in der Reisebeschreibung angesagt,  erforschten wir „alle Seiten Islands“ (mit Ausnahme der Westfjorde). Obligatorisch waren natürlich die Highlights des Golden Circle – die ehemalige Thing-Stätte Þingvellir im gleichnamigen Nationalpark, das Geothermalgebiet  Haukadalur mit dem Großen Geysir (Namensgeber aller Geysire), dem Geysir Strokkur, der zuverlässig ca. alle 10 Minuten ausbricht, die Thermalquelle Blesi und der Wasserfall Gullfoss, dessen Name „goldner Wasserfall“ den Begriff Goldener Zirkel geprägt hat. Aber schon ab dem zweiten Tag konnten wir unter der exzellenten Führung unseres Tourguides auch die wenig bekannten Orte der Vulkaninsel im Nordpolarmeer gründlich erkunden: Von Wanderungen im Hochland bei Kerlingarfjöll, über die Küstenstädte Dalvik und Akuryri im Norden zum wilden, selten besuchten Kap Raudinúpur zu den Fjorden im Osten bis zu den schwarzen Sandstränden und dem Vatnajökull-Gletscher im Süden ging unsere Rundreise. Immer fanden wir ruhige Wege für schöne Wanderungen und andere Aktivitäten. Der Zeitrahmen ließ auch viel Raum für spontane Unternehmungen und individuelle Angebote wie einer Walbeobachtung, dem Besuch auf den Westmännerinseln oder einer Gletscherwanderung auf dem Vatnajokull und zur Reflektion des Erlebten in vielen tiefen Gesprächen.

Die andere Seite dieser Reise neben den landschaftlichen Schönheiten Islands war auch das Gruppenerlebnis mit den Teilnehmern. Das gemeinsame Reisen und Wandern gab Gelegenheit zu vielen schöne und anregenden Gesprächen und menschlichen Begegnungen. Bemerkenswert war, dass es keine Minute gab, in der etwa Missmut oder sonstige schlechte Stimmung aufkam; alle brachten sich mit ihren Lebenserfahrungen, Kenntnissen, Wissen und Fähigkeiten ein. Noch immer stehen wir alle immer noch in Kontakt zueinander und planen ein gemeinsames Nachtreffen, um die Fülle des Erlebten noch einmal miteinander besprechen zu können und das eine oder andere der isländischen Gerichte, die wir dort miteinander kochten, nun auch am heimatlichen Herd ausprobieren zu können.

Myvatn

Als Fazit dieser Reise kann man nur ziehen: Island macht süchtig! Und das scheint das große Risiko dieser Reise zu sein: Auch heute noch kehren unsere Gedanken immer wieder zu den gewaltigen Wasserfällen, den brodelnden Geothermalfeldern, den bunten Bergen, der Weite, den riesigen Gletschern und dem stürmischen Wind zurück. Mögen unsere Bilder und Filme für alle zukünftig Reisenden ein Vorgeschmack sein und den sehnsuchtsvoll Zurückblickenden eine Quelle der Erinnerung.

Mehr gibt es auf unserer Homepage www.koblfoto.com .

 

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