Mein Reisetagebuch unserer Rundreise durch Island – Teil 1 (Antje Korinek-Blessing)

1. Tag

Seltún

Noch am selben Abend unserer Ankunft in Island entführte uns unser Reiseleiter in das Hochtemperaturgebiet Seltun mit Dampf- und Schlammquellen. Die Temperaturen übersteigen hier in 1000 m Tiefe 200 ° C.  Damit begann das „Abenteuer Island“ in beeindruckender Weise.

2. Tag

Am nächsten Tag ging es frühmorgens weiter. Unser erstes Ziel war der Thingvellir-Nationalpark.

Þingvellir

Hier übte der Thingvallavatn, der größte See Islands, eine sehr melancholisch-meditative Stimmung auf mich aus, in der ich gerne verweilt und ihr nachgelauscht hätte und ich freue mich, dass ich diese Stimmung in meiner Erinnerung wieder wachrufen kann.

Unser besonderes Augenmerk galt der altisländischen Thingstätte Thingvellir, der Ebene der Volksversammlung. Hier fand das erste Althing (Zusammenkunft/Versammlung) im Jahr 930 statt. An dieser Stätte wurden Streitigkeiten geschlichtet, Gesetze erlassen, Recht gesprochen und Urteile gefällt. Thingvellir hat noch heute die Bedeutung eines nationalen Heiligtums und zuletzt fanden hier am 17. Juni 1994 die Feierlichkeiten zur 50-Jahr-Feier zur Gründung der Republik Island statt.

Nach dieser Sehenswürdigkeit ging unsere Reise weiter in das Geothermalgebiet Geysir, wo wir mit Staunen und Interesse die explosionsartigen Ausbrüche des Geysirs Strokkur (Butterfass) verfolgten: Ich hatte den Eindruck, als begänne das Wasser in dem

Strokkur

Quelltopf  leicht zu köcheln, dann steigen größere Dampfblasen auf und schließlich wölbt sich die Wasseroberfläche bis es zur Explosion kommt glockenförmig auf und um dann im Bruchteil einer Sekunde explosionsartig nach oben zu schießen. Danach fließt das Wasser wieder in den Quelltopf zurück und nach wenigen Minuten wiederholt sich das Schauspiel.

Gullfoss

Unsere Tagesreise ging weiter  und führte uns zu dem mächtigen Wasserfall Gullfoss, den goldenen Wasserfall, den wir nicht im goldenen Sonnenlicht erleben konnten. Sein ohrenbetäubendes Tosen während seines Herabstürzens

in die 32 m tiefe Schlucht durchwühlte uns jedoch bis in Mark und Bein.

In diesem Zustand entführte uns Matthias, unser Reiseleiter, in das wüstenartige Hochlandplateau. Über Stunden hinweg führte uns unser Weg über eine geschotterte Straße. Unser Tagesziel war das Geothermalgebiet Kerlingarfjöll und alles Durchgeschüttelt-Werden auf dieser Hochlandpiste konnte unsere Island-Reise-Freude nicht trüben, leuchteten ja gleichzeitig  zu beiden Seiten unseres Weges auch die Gletscher Langjökull im Westen und Hofsjökull im Osten und darüber hinaus schien hier alles unendlich weit zu sein.

Nach Ankommen, Auspacken und Abendessen auf „unserer“ Hochlandhütte belohnte uns die untergehende Abendsonne mit ihrem goldenen Licht.

3. Tag

Noch im Morgennebel, stiegen wir auf zu einer spannenden Wanderung ins Kerlingarfjöll, das sich jedoch bald im strahlenden Sonnenlicht in seiner ganzen beeindruckenden bunten Vielfalt zeigte: Bunte Sinter- und Schwefelablagerungen, und das ohnehin bunte Rhyolith-Gestein wechselten ab mit

Am Kerlingarfjöll

schneegefüllten Senken, leuchtend grünen Moosen, Diamant bestückten Gräsern und dazwischen dampft und brodelt es aus der höchst lebendigen Erde.  Nach dieser wundervollen Wanderung, während derer wir unsere Kräfte zu stählen begannen, führte uns unsere Reise wieder hinunter auf die grüne Halbinsel Tröllaskagi, wo wir noch vor Bezug unseres neuen Quartiers die herrliche Einrichtung eines isländischen Hot-Pots kennen und schätzen lernten. Der Hot-Pot gehört in der Regel zu einem Schwimmbad, meistens ist er  gespeist mit natürlich heißem Wasser zwischen 36°  C und 44° C. Er bietet die Gelegenheit, richtig zu entspannen, aber auch über Gott und die Welt zu plaudern und Kontakte zu knüpfen.

4. Tag

Heute fuhren wir nach Dalvik, das nach dem so genannten Dalvik-Erdbeben 1934 zusammen mit der nachfolgenden Flutwelle fast völlig zerstört und danach aber wieder neu aufgebaut worden war.

In Dalvik liefen wir mit dem ehemaligen Fischkutter Draumur aus, um an einer 4-stündigen Walbeobachtung teil zu nehmen.  Es war nicht nur so besonders, den Walen bei ihrem geschmeidigen Gleiten durch das Wasser zu zuschauen, einen sehr schönen Anblick boten auch das Meer mit den umliegenden Bergen, überglänzt vom Licht der Sonne. Am Ende des Tages waren wir ganz erfüllt von all dem Gesehenen und Erlebten.

Gentle Giants from Walter Korinek on Vimeo.

Und am Ende der Reise durften sich einige Passagiere sogar auch noch im Hochseeangeln versuchen, in deren Verlauf tatsächlich aus ca. 30 m Tiefe acht  Fische geangelt wurden, die noch an Bord vom Kapitän filetiert, angekommen im Hafen gegrillt und dann als Kostprobe an alle Teilnehmer verteilt und gemeinsam verspeist wurden.

5. Tag

Torfgehöft Laufas

Unser nächstes Reiseziel führte uns in das Gebiet des Mývatn (Mückensee). Unterwegs besichtigten wir das Torfgehöft Laufás,

wo wir uns einen Einblick verschafften, wie die Menschen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts lebten.

Den nächsten Halt machten wir am Godafoss, am  Götterwasserfall, ein weiterer der großen und gleichzeitig auch  Mythen umwobenen Wasserfälle. Die tosende Gewalt herabstürzender Wassermassen riss uns wieder in ihren Bann.

Goðafoss

Beeindruckend waren für mich aber ebenso diese wunderschönen Gesteinsgebilde der gegenüber liegenden steil abfallenden Felsenwand, die das Flussbett begrenzt. Ahnungsweise erinnerten sie mich an die Kapitelle griechischer Tempelsäulen. Die Bilder begleiteten mich bis zu unserer Ankunft am Mývatn.

[Fortsetzung folgt.]

Mehr Fotos und Videos gibt es auf unserer Homepage http://www.koblfoto.com

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